Schilddrüsenunterfunktion Symptome und Ursachen

Jeder Dritte in Deutschland ist schilddrüsenkrank, 1Das bestätigt diese Quelle. welchen Fakt die Schilddrüsen-Initiative “Papillon” bei der deutschen Ultraschall-Reihenuntersuchung der Schilddrüse festgestellt hat. Wenn dabei die Schilddrüse zu wenige Hormone bildet, dann liegt eine Schilddrüsenunterfunktion vor.

Von einer Schilddrüsenunterfunktion sind mehr Frauen als Männer betroffen. Dabei verlangsamt der Hormonmangel der Schilddrüse schließlich alle Stoffwechselprozesse des Körpers und verringert so z.B. auch deine Leistungsfähigkeit, wodurch es zu Konzentrationsstörungen und Müdigkeit kommen kann. Von daher solltest du eine Schilddrüsenunterfunktion sofort behandeln, nachdem du sie entdeckt hast, um deine Lebensqualität wieder zu verbessern.

Woran du erkennen kannst, ob du an einer Schilddrüsenunterfunktion leidest und welche Ursachen dahinterstecken, zeigen wir dir in diesem Beitrag.

 

Schilddrüsenunterfunktion- das passiert in deinem Körper

Die Schilddrüse ist genaugenommen eine Hormondrüse, die sich unterhalb des Kehlkopfs direkt vor und an den Seitenflächen der Luftröhre befindet. Sie produziert Hormone, von denen Tetrajodthyronin (T4) und Trijodthyronin (T3) die zwei bekanntesten Hormone sind. Diese beeinflussen viele Funktionen in deinem Körper, wie z.B. Stoffwechselprozesse, deine Entwicklung oder den Wachstumsprozess.2Lies das auch hier nach.

Wenn aber nun deine Schilddrüse die beiden genannten Hormone, Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), in einem zu geringem Ausmaß herstellt, dann spricht man von einer  Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).

Um solch einen Verdacht zu bestätigten, kannst du zum Beispiel eine Blutuntersuchung machen. Dabei wird die Konzentration der Schilddrüsenhormone T3 und T4 sowie TSH bestimmt. TSH (Thyroidea) ist dabei das Hormon, welches die Ausschüttung der Schilddrüsenhormone steuert und von der Hirnanhangsdrüse ausgeschüttet wird. Sobald im Blut nun ein erhöhter Anstieg des TSH-Wertes festgestellt wird, ist es ein erstes Anzeichen für eine Unterfunktion.

 

So sehen die Symptome aus

Die Symptome bei einer Schulddrüsenunterfunktion sind vielfältig und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Einige dieser Symptome sind:3Einige davon werden auch hier aufgelistet.

  • Müdigkeit, Erschöpfung und Schwäche
  • tiefe, heisere Stimme
  • Depressive Stimmung oder andere psychische Auffälligkeiten
  • Gewichtszunahme (ohne Nahrungsumstellung)
  • Verstopfung
  • Appetitlosigkeit
  • Niedergeschlagenheit
  • Gedächtnisprobleme/ Demenz (besonders bei älteren Menschen)
  • Bei Frauen: Zyklusveränderungen
  • Verminderung der sexuellen Lust
  • Kühle, trockene Haut
  • Haarausfall

Falls dir dein Arzt bestätigt, dass du unter einer Schilddrüsenunterfunktion leidest, solltest du die Unterfunktion sofort behandeln. Für eine optimale Behandlung muss dein Arzt die Ursache der Unterfunktion herausfinden.

 

Die möglichen Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann aufgrund von verschiedenen Ursachen entstehen. Dazu zählen folgende:

 

1. Angeborene Schilddrüsenunterfunktion

Diese Ursache ist recht selten, denn lediglich bei etwa einem von 3500 Neugeborenen tritt eine Unterfunktion bereits bei der Geburt auf. Diese Unterfunktion kann sich in diesem Fall schon im Mutterleib zeigen oder etwas später, in den ersten Lebensmonaten, indem das Baby z.B. weniger trinkt, sich weniger bewegt oder eine Gelbsucht entwickelt.4Lies dies bei dieser Krankenkasse nach. Ursachen für eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion ist das Fehlen der Schilddrüse, die Veränderung des Schilddrüsengewebes, eine Störung der Schilddrüsenhormonproduktion oder eine Schädigung der Schilddrüse bereits im Mutterleib.

 

2. Folge eines medizinischen Eingriffs

Eine Unterfunktion kann auch die Folge eines medizinischen Eingriffs sein, der z.B. aufgrund einer Überfunktion der Schilddrüse oder eines Kropfes gemacht wurde. Dazu zählt z.B. eine Radiojod­therapie oder eine Schilddrüsen­operation. Denn in diesen Fällen wurde bei der Behandlung viel Schilddrüsengewebe zerstört, sodass nun zu wenig oder gar keine Schilddrüsenhormone mehr produziert werden.5Das sagt auch das Deutsches Schilddrüsenzentrum.

 

3. Entzündungen deiner Schilddrüse: Hashimoto-Thyreoiditis/ De Quervain

Auch kann eine Entzündung deiner Schilddrüse die Hormonproduktion verändern. Zu diesen Entzündungen zählt die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis, die die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion darstellt6Das steht hier. und vor allem Frauen nach dem 40. Lebensjahr.

Bei dieser Erkrankung hält das Abwehrsystem deines Körpers die Zellen der Schilddrüse irrtümlich für fremd, weshalb dein Körper Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe bildet und dieses angreift. Es entsteht dadurch eine Entzündung in deiner Schilddrüse, wodurch weniger Hormone gebildet werden.

Die zweite bekannte Entzündung der Schilddrüse ist die Thyreoiditis de Quervain. Hierbei werden wie bei  der anderen Entzündung die Schilddrüsenzellen zerstört. Es entsteht vorerst eine Überfunktion, die langfristig in eine Unterfunktion führt. Typische Symptome bei dieser Erkrankung sind Schmerzen im Hals (im Bereich der Schilddrüse), die oft bis in den Kiefer und zum Ohr ausstrahlen.7Das zeigt dieser Beitrag.

 

4. Medikamente

Neben diesen Ursachen kann es auch sein, dass du bei der Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion (Thyreostatika) Medikamente einnimmst, die deine Schilddrüsenhormone regulieren sollen, aber diese zu hoch dosiert sind. Dies hat zur Folge, dass du nun unter einer Unterfunktion statt einer Überfunktion leidest. Sprich in diesem Fall erneut mit deinem Arzt und prüfe genau, dass du die angegebenen Mengen der Medikamente einhältst.

Auch kann es vorkommen, dass du gewisse Medikamente einnimmst, die die Bildung der Schilddrüsenhormone hemmen. Dazu zählen z.B. verschiedene Krebsmedikamente und vor allem der Wirkstoff Lithium, welcher bei bestimmten psychischen Erkrankungen zum Einsatz kommt. Hier solltest du ebenfalls mit deinem Arzt sprechen und die bisherigen Wirkstoffe deiner Medikamente überprüfen.

 

5. Jodmangel

Dein Körper benötigt für die Herstellung der Schilddrüsenhormone T4 und T3 ausreichend Jod, welches über die Nahrung im Darm aufgenommen wird. Aus diesem Grund reichert sich Jod auch in deiner Schilddrüse an. Falls du deinem Körper nun aber nicht ausreichend Jod zuführst, vergrößern sich die Zellen deiner Schilddrüse, zu dem Zweck, dass diese vermehrt Jod aus der Nahrung aufnehmen können und so den Mangel ausgleichen. Die Folge davon ist die Entstehung eines Jodmangelstruma (Kropf). Falls jedoch – trotz der Vergrößerung – nicht ausreichend Hormone gebildet werden können und du weiterhin zu wenig Jod aufnimmst, liegt eine Schilddrüsenunterfunktion vor.

 

6. Entzündung nach der Entbindung

Eine weitere Entzündung, die fast jede zwölfte Frau nach der Geburt eines Kindes betrifft, ist die sogenannte postpartale Thyreoiditis. Dabei handelt es sich um eine Sonderform der Schilddrüsenentzündung, die nach wenigen Wochen nach der Entbindung auftritt. Der Grund dafür ist die hormonelle Stresssituation, der die Schilddrüse während der Schwangerschaft ausgesetzt ist. Daher müssen sich in diesem Fall deine Hormone nach der Geburt erst wieder einpendeln. Bei Verdacht auf diese Hormonänderung kann dein behandelnder Gynäkologe, der Hausarzt oder die Hebamme eine Blutuntersuchung durchführen und dich ggf. behandeln.8Lies dazu auch diesen Artikel.

 

7.  Störung der Hormon produzierenden Organe

Eine zentrale Schilddrüsenunterfunktion ist zwar sehr selten, aber betrifft fast 1% der Betroffenen einer Schilddrüsenunterfunktion. Dass hier zu wenig Hormone produziert werden, liegt an einer Erkrankung der Hirnanhangsdrüse oder des Hypothalamus. Denn diese beiden Organe sind dafür verantwortlich, die Hormone zu produzieren, die die Hormonproduktion der Schilddrüse steuern. Da beide zum zentralen Nervensystem gehören, bezeichnet man dies als “zentrale Schilddrüsenunterfunktion”.

Das sind alles Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion. Bitte gehe bei Verdacht sofort zum Arzt und lass dich auf die Ursache testen! Dieser kann dir auch direkt einen möglichen Behandlungsplan erstellen.

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