Schilddrüsenüberfunktion Symptome und Ursachen

Jeder Dritte in Deutschland ist schilddrüsenkrank,1Das bestätigt diese Quelle. welchen Fakt die Schilddrüsen-Initiative “Papillon” bei der deutschen Ultraschall-Reihenuntersuchung der Schilddrüse festgestellt hat. Wenn in diesem Fall die Schilddrüse zu viele Hormone bildet, dann liegt eine Schilddrüsenüberfunktion vor.

Von einer Schilddrüsenüberfunktion sind vor allem Frauen betroffen, die rund 80% aller Fälle ausmachen. Sobald solch eine Erkrankung erst einmal entdeckt wurde, sollte man sie sofort therapieren. Denn dies ist zum einen notwendig, um die Lebensqualität zu erhalten und zum anderen, um weitere Komplikationen vorzubeugen.

Woran du erkennen kannst, ob du an einer Schilddrüsenüberfunktion leidest und welche Ursachen dahinterstecken, zeigen wir dir in diesem Beitrag.

 

Schilddrüsenüberfunktion- das passiert in deinem Körper

Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ, welches unterhalb deines Kehlkopfes liegt. Sie produziert Hormone, von denen Tetrajodthyronin (T4) und Trijodthyronin (T3) die zwei bekanntesten Hormone sind. Diese beeinflussen viele Funktionen in deinem Körper, wie z.B. deinen Energiestoffwechsel, dein Herz-Kreislauf-System, den Sauerstoffverbrauch deiner Zellen und deinen Wachstumsprozess.2Lies das auch hier nach.

Wenn aber nun deine Schilddrüse mehr Hormone freisetzt als dein Körper benötigt, dann kommt es zu einer Schilddrüsenüberfunktion, wodurch die eben genannten Prozesse verändert werden.

Um solch einen Verdacht zu bestätigten, kann man zum Beispiel eine Blutuntersuchung machen. Dabei wird die Konzentration der Schilddrüsenhormone T3 und T4 sowie TSH bestimmt. TSH (Thyroidea) ist ein stimulierendes Hormon, welches von der Hirnanhangsdrüse ausgeschüttet wird und die Produktion von T4 und T3 anregt. Sobald die Konzentration von T3 und T4 erhöht sowie der TSH-Spiegel niedrig ist, leidest du unter dieser Hormonstörung.

 

So sehen die Symptome aus

Die Symptome bei einer Schulddrüsenüberfunktionen sind vielfältig und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Einige dieser Symptome sind:3Einige davon werden auch hier aufgelistet.

  • Gewichtsabnahme (mit ggf. steigernden Appetit)
  • Herzrasen
  • Gesteigerter Durst
  • Haarausfall, brüchige Nägel
  • Übermäßiges Schwitzen
  • Wärmeintoleranz
  • Warme und feuchte Haut
  • Durchfall, teilweise Erbrechen
  • Muskelschwäche
  • Erhöhte Herzfrequenz, Herzrhythmusstörung
  • Nervosität/ Zittern
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Zyklusstörungen (bei Frauen)
  • Erschöpfung, Kraftlosigkeit

Falls dir einige oder viele dieser Symptome bekannt vorkommen, dann leidest du womöglich unter einer Schilddrüsenüberfunktion. Diese wird oftmals ursachenbasiert behandelt. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören z.B. Medikamente, Bestrahlungen (Radio-Jod-Behandlung) oder eine Operation. Um eine genaue Therapie zu bestimmen, ist es wichtig, die Ursache deiner Schilddrüsenüberfunktion zu kennen.

 

Die möglichen Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion

Zu den häufigsten Ursachen gehört die Erkrankung „Morbus Basedow“ (fast 70 Prozent) und eine funktionelle Autonomie (fast 30 Prozent), wobei auch weitere Ursachen in Frage kommen. Zu den Auslösern einer Schilddrüsenüberfunktion gehören:

 

1. Morbus Basedow

Bei Morbus Basedow handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem irrtümlich dein Schilddrüsengewebe angreift. Diese Abwehrzellen deines Körpers (Antikörper) heften sich dabei an deine TSH-Rezeptoren, wodurch die Düse vermehrt Schilddrüsenhormone wie T3 und T4 produziert. Dementsprechend arbeitet deine Schilddrüse zu viel, weshalb es zu einer Überfunktion kommt.4Das erklärt auch dieser Beitrag. Diese Ursache zeigt folgende weitere Symptome: schneller Herzschlag/ Herzrhythmusstörungen, Gewichtsverlust, Unruhe und Nervosität.

 

2. Schilddrüsenautonomie („Funktionelle Autonomie“)

Bei einer Schilddrüsenautonomie erhöht deine Schilddrüse eigenständig die Hormonproduktion, ohne auf dein Gehirn zu hören. Dementsprechend findet die Produktion ungesteuert statt. Je nachdem, wo sich die autonom arbeitenden Zellen befinden, unterscheidet man hier drei Formen: Bei der disseminierten Autonomie sind die autonom arbeitenden Zellen über die ganze Schilddrüse verteilt, bei der unifokalen Autonomie befindet sich in der Schilddrüse eine Ansammlung von autonomen Zellen und bei der multifokalen Autonomie besitzt die Schilddrüse mehrere Knoten mit diesen Zellen. Als häufigste Ursache einer Schilddrüsenautonomie gilt ein Jodmangel (siehe Punkt 6).

 

3. Entzündung deiner Schilddrüse: Hashimoto-Thyreoiditis/ De Quervain

Die zweite Autoimmunstörung, neben der bereits erwähnten Morbus Basedow, ist die Hashimoto-Thyreoiditis, bei der es zu einer autoimmun bedingten Entzündung der Schilddrüse kommt. Diese führt meistens zuerst zu einer Überfunktion, aber langfristig zu einer Unterfunktion. Wie auch bei der erstgenannten Erkrankung werden dabei Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe gebildet. Damit ist die Hashimoto-Thyreoiditis die häufigste Form der Schilddrüsenentzündung und tritt bei etwa einem Viertel mit anderen Autoimmunerkrankungen (wie z.B. mit der bereits beschriebenen Morbus Basedow) auf. Leider ist diese Erkrankung nicht heilbar, dennoch ermöglicht eine medikamentöse Therapie ein beschwerdefreies Leben.

Die schmerzhafte Schilddrüsenentzündung, subakute Thyreoiditis de Quervain, hingegen tritt im Gegensatz zur chronischen Entzündung der Schilddrüse, der Hashimoto-Thyreoiditis, plötzlich auf. Hierbei werden wie bei anderen Entzündung der Schilddrüse die Schilddrüsenzellen zerstört, wodurch es auch hier zuerst zu einer meist nur wenige Wochen anhaltenden Überfunktion kommt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Schilddrüsenhormone aus den Zellen freigesetzt und ins Blut abgegeben werden. Typische Symptome sind bei dieser Erkrankung Schmerzen im Hals (im Bereich der Schilddrüse), die oft bis in den Kiefer und zum Ohr ausstrahlen.5Das zeigt dieser Beitrag.

 

4. Tumore der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse)

Wie bereits gesagt, steuert die Hypophyse mit dem Hormon TSH die Funktion der Schilddrüse. Dementsprechend bewirkt ein Tumor an der Hirnanhangsdrüse, dass vermehrt TSH gebildet wird und dadurch die Hormonproduktion angeregt wird. Dadurch kommt es schließlich zu einer Überfunktion. Typische Symptome solcher Tumore sind:6Das zeigt dieser Beitrag.

  • Sehstörungen und Gesichtsfeldeinschränkungen (in schweren Fällen auch Erblindung)
  • mögliche epileptische Anfälle
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Anämie

 

5. Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom)

Als Schilddrüsenkrebs bezeichnet man bösartige Tumore des Drüsengewerbes deiner Schilddrüse. Rund 5000 Neuerkrankungen werden pro Jahr in Deutschland davon aufgezeichnet, wobei Frauen etwa 2-3 Mal häufiger betroffen sind als Männer.7Das bestätigt diese Krankenkasse.

Diese Tumore entstehen meist in rund 5-6 Jahrzehnten und werden in verschiedenen Typen unterteilt. Das papilläre Karzinom und das follikuläre Karzinom sind die häufigsten Typen. Da diese von den Schilddrüsenhormon-bildenden Zellen der Drüse ausgehen, beeinflussen sie auch deine Hormone. Warum Tumore auftreten, ist nicht eindeutig. Deine Gene, Strahlung (durch z.B. einer Strahlentherapie) oder auch eine Schilddrüsenerkrankung können das Auftreten solcher Tumore aber begünstigen.8Lies das auch hier nach.

 

6. Überangebot an Jod

Zur Produktion der Schilddrüsenhormone benötigt deine Schilddrüse Eiweiß und Jod. Wenn daher dein Körper nun über einen gewissen Zeitraum zu wenig Jod hat, bildet die Schilddrüse nicht ausreichend Hormone. Dies versucht dein Körper dann durch ein übermäßiges Wachstum der Schilddrüse auszugleichen, wobei Schilddrüsenknoten entstehen können. Diese teilweise oder gesamte Vergrößerung deiner Schilddrüse wird dann als Struma (“Kropf”) bezeichnet. Sobald nun aber deinem Körper wieder ausreichend Jod zugeführt wird, kommt es aufgrund der Vergrößerung langfristig  zu einer erhöhten Hormonproduktion.

Neben diesem Fall kannst du aber auch deinem Körper ungewollt zu viel Jod zuführen. Dies kann zum Beispiel passieren, wenn du jodhaltige Medikamente oder jodhaltige Kontrastmittel (z.B. für Röntgenuntersuchungen oder Kernspintomografie) einnimmst. Dies hätte die gleiche Auswirkung auf deine Schilddrüse, indem es zu einer erhöhten Hormonproduktion kommt.

 

7. Überdosierung von Schilddrüsenhormonen

Wenn du an einer Schilddrüsenunterfunktion gelitten hast, dann kannst du bei der Einnahme von zu vielen Schilddrüsenhormonen schließlich eine Überfunktion entwickeln. Bitte achte daher besonders auf die Einnahmevorgaben deines Arztes und frag im Zweifelsfall nach. Gelegentlich kann es auch vorkommen, dass dein Arzt die Hormone neu dosieren muss.

 

8. Schwangerschaft

Einige schwangere Frauen entwickeln eine vorübergehende, milde Schilddrüsenüberfunktion. Denn das Schwangerschaftshormon hCG ähnelt dem Hormon TSH der Hirnanhangsdrüse. Da diese Schilddrüsenüberfunktion nur temporär auftritt und nach mehreren Wochen weg ist bzw. weg sein sollte, kommt es meist zu keiner Behandlung mit Medikamenten.

 

Das sind alles Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion. Bitte gehe bei einem Verdacht sofort zum Arzt und lass dich auf die Ursache untersuchen! Dieser kann dir auch direkt einen möglichen Behandlungsplan erstellen.

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