Hausmittel gegen Zahnfleischentzündungen

Wenn es beim Kauen, Abbeißen oder Zähneputzen öfter zum Zahnfleischbluten kommt, deutet vieles auf eine Zahnfleischentzündung hin. Das Zahnfleisch kann sowohl auf Druck wehtun als auch geschwollen sein.

Diese Infektion wird meistens von Bakterien hervorgerufen, selten von Viren oder Pilzen. In der Fachsprache wird diese Krankheit Gingivitis genannt. Durch mangelnde Mundhygiene oder unregelmäßiges Zähneputzen können sich die Erreger vermehren und eine Zahnfleischentzündung beeinflussen.

Weitere Ursachen sind: schlechte Ernährung, Veranlagung, Rauchen, Stress oder ein angeschlagenes Immunsystem sein. So sind auch Nahrungsreste im Mundbereich ein gefundenes Fressen für Bakterien. Deshalb ist es wichtig, sich mindestens zweimal täglich die Zähne zu putzen.

Aber Achtung, zu intensives (doll aufdrücken) Zähneputzen kann das Zahnfleisch verletzten und ebenfalls Zahnfleischentzündungen begünstigen. Auch Zahnseide ist für die Mundhygiene ein Muss, so wie gern auch Dentalbürsten.

Zahnfleischentzündung sollte so schnell wie möglich behandelt werden, um einen Behandlungserfolg zu garantieren. Werden die Entzündungen nicht behandelt, kann eine schmerzhafte Wurzelbehandlung folgen, sowie die Zahnentfernung mit anschließenden Zahnersatz.

Einige Haushaltsmittel haben sich bewehrt, um dagegen anzukämpfen und sollten, bevor zu teuren Medikamenten gegriffen wird, ausprobiert werden.

1. Kamille

Kamille enthält ätherische Öle, welche antibakteriell und entzündungshemmend auswirken. Dafür verantwortlich sind die sogenannten Flavonoide. Es empfiehlt sich mehrmals täglich eine Mundspülung mit Kamillentee. Alternativ kann eine medizinische Kamillentinktur in der Apotheke erworben werden. Diese 5x täglich auf die entzündete Stelle tupfen.

2. Salz

Durch die desinfizierende Wirkung von Salz kann es ebenfalls bei Zahnfleischentzündungen helfen. Es wirkt zusätzlich antibakteriell und kann das Wachstum der Keime im Mund hemmen. Salz regt die Speichelbildung an und dient somit als Kariesschutz. Einfach 1 bis 2 Teelöffel Salz in Wasser auflösen und als Mundspülung verwenden. Neben dem Gurgeln kann die Salzlösung auch an den betroffenen Stellen mit einer Zahnbürste einmassiert werden.

3. Massagen

Zahnärzte empfehlen das entzündete Zahnfleisch mit der Zahnbürste zu massieren. Dies regt die Durchblutung an und lässt die Schwellung schneller abklingen. Achtung ist geboten, denn beim Massieren mit zu hohen Druck, kann die Entzündung verschlimmert werden.

4. Aloe Vera

Aloe Vera ist unter den Heilmittel das Notfall Medikament. Durch die abschwellende und entzündungshemmende Wirkung hilft es nicht nur bei Verbrennungen jeglicher Art, sondern vor allem auch bei Zahnfleischentzündungen. Haut und Schleimhaut werden mit hochwertiger Feuchtigkeit versorgt. Zur Anwendung entweder das Fruchtfleisch direkt auf die betroffenen Stellen einmassieren oder das Aloe Vera Gel als Mundspülung verwenden.

5. Knoblauch

Knoblauch unterstützt das Immunsystem und bekämpft somit die Infektion. Auch Knoblauch wird eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Zudem wirkt es antibakteriell und ist ein geniales Heilmittel bei Zahnfleischentzündungen. Nicht nur bei akuten Beschwerden, sondern auch zur Vorbeugung wird geraten, öfter mal sein Essen mit Knoblauch aufzupeppen. Alternativ eine Knoblauchzehe auspressen und mehrere Minuten lang auf die entzündete Stelle halten.

6. Apfelessig

Ein weiteres Hausmittel ist Apfelessig. Unter anderem stimuliert Apfelessig die Speichelproduktion. Dadurch kann der erhöhte Speichelfluss die Bakterien mit ausspülen und der Mundraum wird somit auf eine natürliche Art und Weise gereinigt. Essigsäuren haben zusätzlich einen desinfizierenden Effekt. Einfach 2 Esslöffel Apfelessig in einem Glas Wasser verrühren und als Mundspülung anwenden. Diese Anwendung sollte 2 bis 3x täglich 30 Minuten vor dem Zähneputzen wiederholt werden. Diese Zeit braucht der Körper, um den Zahnschmelz auf natürliche Art und Weise wieder zu remineralisieren.

7. Zitrone

Zitronen enthalten viel Vitamin C und wirken oxidativ. Saure Speisen und Getränke sollten bei Entzündungen eigentlich vermieden werden, da sie ein unangenehmes bis schmerzhaftes Gefühl auslösen können. Die Zitrone kann allerdings sich wundheilend im Mund auswirken. Die Zitrone wird in Wasser verdünnt und ebenfalls als Mundspülung angewendet. Anschließend unbedingt den Mund mit Wasser ausspülen.

8. Zimt

Auch Zimt wirkt antibakteriell, betäubt die Schleimhäute und der Schmerz verringert sich. Zimt auf die Stellen einmassieren mit Wasser verdünnen und als Spülung anwenden und gurgeln.

9. Kokosöl

Durch die im Kokosöl enthaltene Laurinsäure, können bei der Anwendung im Mundraum Bakterien abgetötet werden. Gegen die Zahnfleischentzündung kann ein Teelöffel Kokosöl in den Mund genommen werde. An der infizierten Stelle das Öl solange im Mund behalten, bis es flüssig wird. Anschließend weitere Minuten das Öl um das Zahnfleisch gleiten lassen.

10. Alkohol

Auch Hochprozentiges findet bei Zahnfleischentzündung seine Anwendung. Dieser soll jedoch nicht getrunken, sondern als Mundspülung verwendet werden. Seine antibakterielle und desinfizierende Wirkung kann der Alkohol am besten entfachen, wenn Whiskey, Wodka und Co. im Mund längere Zeit um das Zahnfleisch herum gehen. Anschließend ausspucken. Eine weitere Möglichkeit wäre, die Stellen mit einem in Alkohol getränktem Wattestäbchen zu betupfen.

11. Ätherische Öle

Entzündungshemmend, desinfizierend und schmerzstillend sind Eigenschaften von ätherischen Ölen. Deshalb eignen sie sich hervorragend als Hausmittel, besonders für Entzündungen im Zahnfleischbereich. Neben Nelken-, Pfefferminz- und Teebaumöl, hat sich auch Lavendelöl als wirksames Heilmittel erwiesen. Je nachdem wie stark die Öle sind, werden zur Anwendung einige Tropfen in Wasser gegeben und verdünnt. Die verdünnte Spülung einige Minuten im Mund lassen und dabei die Aufmerksamkeit auf die entzündete Stelle legen. Auch hier kann, wie bei Alkohol, betroffene Stellen direkt mit einem Wattestäbchen behandelt werden.

12. Wasserstoffperoxid

Wesentlich umweltfreundlicher zu konventionellen Desinfektionsmittel ist Wasserstoffperoxid. Nicht nur bei Hautkrankheiten und Wunden, sondern auch bei Zahnfleischentzündungen findet es seinen Anwendungsbereich. Es kann in der Apotheke gekauft werden und kann seine Wirkung optimal als Mundspülung erbringen. Vor allem die Anzahl der Keime werden im Mund deutlich reduziert. Unbedingt zu beachten ist, dass eine vergleichsweise harmlose zwei- bis dreiprozentige

Wasserstoffperoxid-Lösung zu verwenden ist. Nach dem Spülen ausspucken.

Viele dieser aufgeführten Hausmittel können die Bakterien bekämpfen, Entzündungen hemmen, Schmerzen lindern und desinfizieren. Bei länger andauernden oder häufiger auftretenden Entzündungen des Zahnfleischs ist es immer sinnvoll, einen Zahnarzt aufzusuchen, denn in einigen Fällen steckt auch ein ernsterer Fall dahinter.

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