Nierensteine – verhindern und loswerden

Arztin mit MundschutzNierensteine werden oft nur zufällig durch Ultraschall oder Röntgenuntersuchungen festgestellt. Sie bilden sich aus nicht löslichen Bestandteilen des Urins.

Wenn diese Stoffe nicht mehr gelöst und ausgeschieden werden können, bilden sich zunächst kleine Kristalle. Mehrere kleine Kristalle heften sich zusammen und bilden Nierensteine.

Nierensteine entstehen also, wenn sich im Urin zu wenig kristallhemmende Substanzen, oder sich zu viele Steinbaustoffe wie zum Beispiel Calcium oder Oxalat im Urin befinden. Im Normalfall werden die Nierensteine durch den Harn ausgeschieden und deshalb ist keine Behandlung notwendig.

Größere Nierensteine können jedoch problematisch und schmerzhaft werden. Je nach Größe unterscheiden sich die Beschwerden.

Bei kleinen Nierensteinen verspüren Betroffene einen kleinen stechenden Schmerz beim Wasserlassen. Im Gegensatz dazu können größere Nierensteine einen starken Schmerz auslösen, der bis zu 30min. anhält.

Die Schmerzen können stechend, wellenförmig oder krampfartig sein. Je nachdem wo die Nierensteine liegen, können Genitalbereiche, Unterbauch, Leiste oder Rücken betroffen sein. Weitere Symptome sind: Übelkeit, Erbrechen, Blut im Urin, häufiges Wasserlassen bei kleineren Mengen, Fieber oder Schüttelfrost. Zusätzlich kann es passieren, dass die Harnleiter komplett blockiert werden und der Urin nicht mehr abfließen kann. Wer einmal Nierensteine hatte, muss immer wieder damit rechnen, dass erneut welche auftreten können. Doch um dies vorzubeugen gibt es einige Möglichkeiten.

 

Das kannst du tun um Nierensteine zu vermeiden!

1. Viel trinken

Zwei bis drei Liter Wasser sollten es täglich sein. So bleibt der Urin verdünnt und lagert keine

Glas Wasser

Mineralien ab. Besonders abends wird eine große Menge an Flüssigkeit empfohlen, um über Nacht einen hochkonzentrierten Urin zu vermeiden. Nach Möglichkeit sollte das Wasser kalziumarm sein.

Softdrinks vermeiden! Oftmals befindet sich in Softdrinks Phosphorsäure, welche die Bildung von Nierensteine begünstigt.

 

2. Ernährung anpassen

Obst und Gemüse hemmen die Bildung von Nierensteine, da sie Stoffe enthalten, welche den Urin basisch machen. Neben der Verminderung von tierischem Eiweiß, zählt auch die Reduzierung von salz- und fettreichen Mahlzeiten.

Mangold in der ErdeZusätzlich sollte Oxalat gemieden werden, welches sich in Rote Beete, Spinat, Mangold und Nüssen befindet. Calciumoxalat förder zwar die Bildung von Nierensteinen, es wird dennoch empfohlen, sich kalziumreich zu ernähren. Denn Kalzium aus der Nahrung verhindert im Darm die Aufnahme von Oxalat.

Dringlich wird allerdings von Kalziumpräparaten als Nahrungsergänzungsmittel abgeraten. Diese erhöhen den Kalziumspiegel im Blut und fördern somit die Bildung der Nierensteine.

 

3. Medikamente zur Vorbeugung

Medikamente kommen nur in seltenen Fällen zur Vorbeugung für Nierensteine zum Einsatz. Und zwar nur dann, wenn ein hohes Risiko für weitere Nierensteine besteht. Zum Beispiel durch familiäre Veranlagung oder eine Überfunktion der Nebenschilddrüse. Bei der Medikamentation kommen neben Mineralien auch Thiazide zur Anwendung.

 

Ich habe Nierensteine. Wie werde ich diese wieder los?

Frosch auf ToiletteEs bestehen zwei Optionen. Entweder die Nierensteine gehen wieder von alleine weg und man wartet den Abgang ab, oder man greift aktiv ein. Auch da gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Stoßwellentherapie:

Bei dieser Behandlung werden die Steine durch Ultraschall-Stoßwellen in sandkorngroße Stücke zertrümmert und sollen später über die Harnwege ausgeschieden werden.

Die größte Energie der Stoßwellen bündelt sich im Stein, sodass umliegendes Gewebe geschont wird. Eine Sitzung dauert ca. 30 Minuten und kann ambulant durchgeführt werden.

Wenn die Stoßwellen-Therapie nicht hilft, kann auf endoskopische Operationen zurück gegriffen werden. Auch hier werden 2 Möglichkeiten unterschieden:

 

1. Uretero-Renoskopie

Ein Endoskop wird über die Harnröhre und die Harnblase in den Harnleiter bis zum Stein geführt. Mit einer Lasersonde werden die Steine mechanisch zerkleinert und mit kleinen Zangen und Fangkörpchen abtransportiert.

 

2. perkutane Nephrolithotripsie

Massage unterer RückenÜber einen kleinen Hautschnitt am Rücken, wird das Endoskop in das Nierenbecken und der Niere eingeführt. Auch hier werden die Steine durch einen Laser zerkleinert und entfernt.

Diese Methode kommt vor allem vor, wenn die Nierensteine größer als einem Zentimeter entsprechen. Vorausgehend bei diesem Eingriff ist eine Narkose, sowie anschließend stationärer Aufenthalt. 1Mehr Infos dazu hier.

Auch Hausmittel können bei Nierensteinen helfen. Die Zutaten dazu findet man im Supermarkt oder Reformhaus. Sie werden mit wenig Aufwand zubereitet und gelten als natürliches Hilfsmittel.

 

Hier die Top 4 der hilfreichen Hausmittel

1. Man presst 4 Knoblauchzehen in 500ml Rotwein und kocht dies auf. Anschließend 30 Minuten ruhen lassen und täglich davon ein Schnapsglas zu sich nehmen.

2. Löwenzahn-Tee und auch Birken-Blätter-Tee haben sich als wahres Wunderhausmittel herausgestellt. Es empfiehlt sich, mehrfach täglich eine Tasse zu trinken.

Zitronenpresse mit Zitronen3. Täglich ein Rettich. Dieser hat eine zersetzende Wirkung auf Nierensteine.

4. Olivenöl mit Zitronensaft. Das Kalzium aus der Zitrone unterstützt die Zerkleinerung der Nierensteine. Olivenöl hilft dabei, die zersetzten Teile auszuscheiden.

Generell gilt bei Hausmitteln Geduld zu beweisen, da diese meist erst nach längerer Einnahme ihre Wirkung aufzeigen.

Bei Betroffenen von Nierensteinen werden sich zu 50% wahrscheinlich wieder Nierensteine bilden. Deshalb sollten unbedingt die angesprochen Tipps eingehalten werden.

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