Niedriger Blutdruck – Das kannst du tun

In Deutschland leiden rund 5 Prozent der Bevölkerung an einem zu niedrigen Blutdruck, der in der Fachsprache als Hypotonie bezeichnet wird. Besonders junge, schlanke Frauen sind davon betroffen, was oftmals unterschiedliche Beschwerden mit sich zieht. Schwindel, Müdigkeit, Herzrasen sind nur einige der möglichen Symptome.

Nur in Deutschland wird Hypotonie als Krankheit anerkannt, obwohl ein zu niedriger Blutdruck auch auf ernste Krankheiten hinweisen kann. Wie niedrig der Blutdruck dafür sein muss, damit man ihn als Hypotonie bezeichnet, ist je nach Quelle unterschiedlich, aber es gibt dafür auch Richtwerte.

Wann du unter einem niedrigen Blutdruck leidest und was du dagegen tun kannst, erklären wir dir nun.

 

Wann spricht man von einem zu niedrigen Blutdruck?

Von einem niedrigen Blutdruck (bzw. Hypotonie in der Fachsprache) spricht man laut der Apotheken Umschau, sobald dein Blutdruck unter einem Wert von 100 zu 60 mmHg (Millimeter-Quecksilber) sinkt.1Das ist der dazugehörige Beitrag. Diesen Wert bestätigt auch Dr. med. Julia Schwarz2Dr. med. Julia Schwarz verfasste den Artikel von NetDoktor im Jahre 2018., hingegen die WHO von einem Wert unter 90/60 mmHg für einen niedrigen Blutdruck ausgeht.

Dabei ist niedrigier Blutdruck aber nicht gleich niedriger Blutdruck. Denn insgesamt unterschiedet man zwischen drei verschiedenen Formen der Hypotonie. Das sind folgende:

  1. Primärer niedriger Blutdruck (essenzielle/ konstitutionelle Hypotonie): Für diese Art der Hypotonie gibt es keinen ersichtlichen Auslöser, denn ansonsten scheinen die Betroffenen komplett gesund zu sein. Vor allem junge, schlanke Frauen sind von dieser Form betroffen.
  2. Sekundärer niedriger Blutdruck: Diese Form des niedrigen Blutdrucks ist auf eine körperliche Ursache zurückzuführen und kann dementsprechend durch eine Grunderkrankung (z.B. durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Venenschwäche oder Hormonstörungen) oder durch verschiedene Medikamente ausgelöst werden.
  3. Orthostatischer niedriger Blutdruck: Bei dieser Form tritt der niedrige Blutdruck vor allem durch die Änderung deiner Körperlage auf. Das kann zum Beispiel passieren, wenn du zu schnell aufstehst, wodurch dein Gehirn aufgrund des spontanen Blutdruckabfalls zu wenig Sauerstoff bekommt.3Die drei Formen kannst du hier erneut nachlesen.

Neben den genannten Ursachen von niedrigem Blutdruck kann aber auch ein starker Blutverlust, ein Flüssigkeitsmangel oder eine Schwangerschaft Auslöser sein und die nachfolgenden Symptome bei führen.

 

Diese Symptome treten bei einem zu niedrigen Blutdruck auf

Einige Menschen können mit einem zu niedrigen Blutdruck beschwerdefrei leben. Von daher stellt ein zu niedriger Blutdruck nicht immer ein Problem dar, denn der geringe Druck in den Blutgefäßen kann sich sogar positiv auf deinen Kreislauf und dein Herz auswirken (sofern keine Herzschwäche vorliegt). So geht es aber nicht allen Betroffenen, denn für einige kann ein niedriger Blutdruck auch zur Belastung mit folgenden Symptomen werden:

  • Schwindel, Seh- und Bewusstseinsstörung
  • Kopfschmerzen
  • Neigung zu Ohnmacht
  • Kalte Hände und Füße
  • Blässe
  • Müdigkeit, Antriebslosigkeit
  • Ohrensausen
  • Herzklopfen, Herzrasen
  • Schneller Puls und Schweißausbruch
  • Schwarzwerden vor den Augen

Besonders anfällig sind Betroffene für diese Symptome bei einem Wetterumschwung, bei einer zu geringen Flüssigkeitsaufnahme, bei langem Stehen oder generell einem Bewegungsmangel.

 

Das hilft gegen niedrigen Blutdruck

1. Wechselduschen

Durch Wechselduschen, die mit kaltem Wasser beendet werden, kannst du deinen Kreislauf ordentlich in Schwung bekommen.4Das bestätigt dieser Beitrag und erklärt dir, wie du diese richtig ausführst. Denn durch das abwechselnde Abduschen mit warmem und kaltem Wasser kommt es zu einem temporären Blutdruckanstieg, wodurch dein Gehirn mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird und Schwindel und weitere Symptome vorgebeugt werden.

 

2. Langsam Aufstehen

Wenn du vor allem unter dem spontan-auftretenden, orthostatischen niedrigen Blutdruck leidest, dann solltest du immer langsam aufstehen. Sei es von einem Stuhl, der Couch oder aus dem Bett. Morgens beim Aufstehen aus dem Bett hilft es, sich beispielsweise ordentlich zu strecken und zu dehnen, bevor du hochkommst.

3. Ausdauersport

Ausdauersport ist bei einem zu niedrigen Blutdruck besonders geeignet. Denn Radfahren, Schwimmen, Wandern, Joggen und ähnliche Sportarten heben durch die Anstrengung deinen Blutdruck temporär an. Dies führt dazu, dass du beim Ausdauersport die Pumpfähigkeit deines Herzens trainierst, wodurch auch die Sauerstoffversorgung verbessert wird. Langfristig kannst du so deinen Körper auf Blutdruckschwankungen trainieren.

4. Trinken, trinken, trinken

Da ein niedriger Blutdruck auch aufgrund eines Flüssigkeitsmangel entstehen kann, solltest du tagsüber genug trinken. Beides hängt miteinander zusammen, da die aufgenommene Flüssigkeit dein Blutvolumen erhöht und damit dein Blutdruck verbessert wird. Dementsprechend steigerst du auch mit ausreichend Flüssigkeit deine Sauerstoffversorgung und beugst Schwindel, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche vor. Bestenfalls greifst du hierbei zu Wasser, Tees oder frisch gepressten Säften. Aber auch schwarzer Tee und Kaffee haben eine blutdrucksteigende Wirkung.5Das bestätigt auch die Herzstiftung.

 

5. Kalter Waschlappen als Sofortmaßnahmen

Ein kalter Waschlappen dient als Kältereiz und wirkt damit fast genauso wie die bereits beschriebene Wechseldusche. Denn wenn du den Waschlappen seitlich an deinen Hals anlegst, regst du sofort deinen Kreislauf an, da dort die Wand der Halsschlagader entlangläuft. Als Reaktion auf die Kälte verengen sich sofort die Gefäße und dein Blutdruck steigt.6Das bestätigt auch dieser Artikel.

 

6. Bürstenmassagen

Bürstenmassagen auf der Haut regen deinen Kreislauf an und regulieren den Blutdruck. Dabei kann besonders durch kreisende Bewegungen, die zum Herzen gerichtet sind, die Durchblutung auch in den Organen verbessert und die Symptome von niedrigem Blutdruck reduziert werden. Dabei solltest du aber darauf achten, dass das Bürsten immer angenehm ist, während es aber auch gleichzeitig zu leichten Hautrötungen kommt.

Für solch eine Massage nimmst du am besten Trockenbürsten mit Naturborsten oder Massageprodukte aus Naturfasergewebe. Wenn du fertig mit der Massage bist, empfiehlt sich eine Nachbehandlung der Körperpartien mit einem Öl oder Hautpflegeprodukten.

 

7. Im Stehen bewegen

Wenn du lange stehen musst, wie in einer Warteschlange am Supermarkt, kannst du deinen Kreislauf hochbekommen, indem du in Bewegung bleibst. Dafür kannst du z.B. auf deinen Zehenballen wippen, in die Hocke gehen oder deine Beine überkreuzen. Auch kann es helfen, bestimmte Muskelgruppen im Stehen immer wieder anzuspannen.

 

8. Bei Krampfadern Kompressionsstrümpfe tragen

Betroffene mit Krampfadern sollten Kompressionsstrümpfe tragen. Denn diese verhindern, dass dein Blut in den Venen absackt, wodurch die Symptome von niedrigem Blutdruck gemindert werden können.7Das erklärt auch die Apotheken Umschau. Diese findest du zum Beispiel in der Apotheke oder in der Drogerie.

 

9. Blutdruckregulierende Lebensmittel

Auch eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung hilft, deinen Kreislauf in Schwung zu halten. So fördern Lebensmittel mit Vitamin A und E beispielsweise deine Durchblutung. Auch gibt es bestimmte Lebensmittel, die für ihre blutdruckhebende Wirkung bekannt sind. Daher kann der vermehrte Verzehr dieser Lebensmittel zu einer Verbesserung deiner Symptome führen. Zu den Lebensmitteln gehört: 
  • Süßholzwurzel: Das enthaltene Glycyrrhizin ist für die blutdrucksteigende Wirkung bekannt und kann bestenfalls als Tee eingesetzt werden. Schwindelattacken können so sofort gelindert werden.
  • Rosmarin: Rosmarin ist ein kreislaufanregendes Mittel, weshalb es auch deinen Blutdruck anregt und gleichzeitig gegen Müdigkeit ankämpft. Für die Anwendung kannst du dir beispielsweise Rosmarin als Tee zubereiten, indem du dafür getrockneten Rosmarin mit heißem Wasser übergießt. Alternativ kannst du auch Rosmarinöl verwenden und ca. 10-20 Tropfen in ein Glas mit warmem Wasser geben und es trinken.
  • Salz: Salz erhöht deinen Blutdruck nachweislich. Warum genau, ist bisher unklar. Es steht nur fest, dass die Darmflora dabei eine erhebliche Rolle spielt und eine salzreiche Ernährung deinen Blutdruck steigern kann. Dennoch darfst du es nicht übertreiben und nicht vergessen, ausreichend zu trinken. Denn durch den vermehrten Salzkonsum benötigt dein Körper auch gleichzeitig mehr Flüssigkeit. Als salzreiche Mahlzeit bietet sich hier zum Beispiel eine Fleisch- oder Hühnersuppe an, die dafür sorgt, dass du genügend Flüssigkeit und vermehrt Salz aufnimmst.
  • Zitrone: Vitamin C ist dafür bekannt, dass es den Kreislauf stabilisiert, deine Gefäßwände verbessert und dafür sorgt, dass dein Blutdruck aufrecht gehalten wird. Daher ist die Einnahme von Vitamin C besonders bei Patienten mit einem zu niedrigen Blutdruck wichtig. Anstatt das Vitamin in künstlicher Form zu dir zu nehmen, kannst du es beispielsweise über Zitronenwasser aufnehmen. Dafür mischst du den Saft einer halben Zitrone mit einem Glas warmen Wasser. Dieses Getränk solltest du jeden Morgen auf nüchternen Magen trinken.

10. Kreislaufstärkende Medikamente

Wenn die oben aufgeführten Mittel nicht helfen, kannst du dir kreislaufstärkende Medikamente vom Arzt verschreiben lassen. Dafür gibt es verschiedene Wirkstoffe, die prophylaktisch als auch im therapeutischen Bereich angewendet werden. Sympathomimetika, wie z.B. Etilefrin oder Oxilofrin, kommen hier beispielsweise zum Einsatz, die den Druck in deinen Arterien und Venen steigern. Aber auch anregende pflanzliche Arzneimittel werden empfohlen, die besonders bei Schwindel und Ohnmacht eingesetzt werden. Bitte frag’ bezüglich passender Medikamente bei deinem Arzt einfach nach.

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