Krätze erkennen und behandeln

Krätze ist eine hochgradig ansteckende Krankheit, die zwar nicht gefährlich, aber sehr lästig ist. Besonders in Norddeutschland erkranken viele Menschen an Krätze (Skabies), welche Krankheit durch Krätzmilben unter der oberen Hautschicht ausgelöst wird.

Krätzmilben sind Ektoparasiten, die den Menschen als Wirt nutzen. Bei einem Befall reagiert das Immunsystem auf die Krätzmilben allergisch, da sich fremde Stoffe unter der Haut befinden. Dadurch zeigen sich verschiedene Symptome auf der Haut, die für den Betroffenen sehr unangenehm sind.

Wie du dich anstecken kannst, einen Krätzebefall erkennst und schließlich die Krätzmilben wieder loswirst, werden wir dir in diesem Beitrag erklären.

 

Was ist Krätze?

Krätze wird auch Scabies genannt und ist, wie bereits erklärt, eine parasitäre Hauterkrankung, die von Krätzmilben ausgelöst wird. Die weiblichen Krätzmilben graben sich bei Ansteckung unter die Haut, legen dort Eier und Kot ab, wodurch starker Juckreiz entsteht, sich aber auch Schuppen und Krusten bilden.

Übertragen wird die Krätzmilbe, die etwa einen halben Millimeter groß ist, entweder durch Hautkontakt oder über Gegenstände bzw. Textilien, wie Bettwäsche, Wolldecken oder Kleidung. Daher sind typischen Übertragungswege Kuscheln, gemeinsames Spielen, Geschlechtsverkehr und gemeinsames Schlafen in einem Bett.1Das bestätigt dieser Artikel.. Aber auch an Orten, wo Menschen täglich in Berührung kommen, ist eine Ansteckung wahrscheinlich. Dies kann ein Seniorenheim, ein Kindergarten oder die Schule sein.

 

Das geschieht beim Befall

Sobald eine Krätzmilbe einen Menschen befallen hat, siedelt sie sich bevorzugt an Hautflächen mit dünner Hornschicht an, wie z.B. zwischen den Fingern und den Zehen, im Genitalbereich oder den Achseln. Eine behaarte Kopfhaut oder die Innenflächen an den Händen und Füßen sind auch beliebte Stellen.

Dort dringt die weibliche Milbe direkt nach der Paarung in der obersten Hautschicht ein, gräbt Gänge und legt die Eier ab. Nach 2-6 Tagen schlüpfen Larven, die wieder auf die Hautoberfläche gehen und sich dort in den Falten innerhalb von 2-3 Wochen zu geschlechtsreifen Milben entwickeln.

Diesem Ablauf zufolge beträgt die Inkubationszeit ca. 2-5 Wochen. Aus diesem Grund kannst du auch nicht mehr genau nachvollziehen, wo du sie dir eingefangen hast.

 

So kannst du Krätze erkennen: die Symptome

Bei Krätze sind folgende Symptome sichtbar, die auf die allergische Reaktion zurückzuführen sind:

  • Starker Juckreiz: Der Juckreiz tritt besonders stark nachts in einem warmen Bett auf, denn Milben sind bei Wärme besonders aktiv.2Den Ablauf kannst du hier nachlesen.. Hier wird es dir zwar schwerfallen nicht zu kratzen, aber daran solltest du dich halten. Ansonsten zerstörst du deine Haut und weitere Infektionen können entstehen.
  • Kleine Bläschen und/oder Pusteln: Krätze zeigt sich auch in verkrusteten Bläschen oder  Pusteln, die ebenfalls jucken oder brennen.3Das bestätigt dieser Artikel. Diese Anzeichen gelten als erste Warnsignale dieser Krankheit und sollten beobachten werden.
  • Krustige Haut:  Die aufgekratzten Stellen, die im Schlaf oder tagsüber entstehen, bilden schließlich Krusten. Diese können bluten oder sich entzünden. Unter der Kruste ist die Haut rot und feucht-glänzend.
  • Brennen auf der Haut: Krätze kann auch ein starkes Brennen auf oder unter der Haut erzeugen. Dies ist auf die kurzfristige Hautreizung von den Milben zurückzuführen. Wie auch beim Juckreiz gilt: nicht kratzen und die Haut in Ruhe lassen.

 

So kannst du Krätze behandeln

1. Äußerliche Behandlung

Die betroffenen Körperstellen kannst du mit entsprechenden Mitteln äußerlich behandeln. Dafür gibt es verschiedene Theraphieformen, bei denen der Wirkstoff Permethrin (ein künstlich hergestelltes Insektizid)4Die Erklärung kannst du hier nachlesen., Crotamiton oder Ivermectin meist in Form einer Creme eingesetzt wird. Solche Cremes werden nach Anweisung des Arztes auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen und nach 8-12 Stunden abgewaschen. Daher eignet sich die Verwendung über Nacht besonders. Falls nach einmaliger Behandlung und einem gewissen Zeitraum Abstand die Anzeichen der Milben noch nicht abgeklungen sind, wird die Behandlung nach 7 bis 14 Tagen wiederholt.5Das zeigt dieser Beitrag. Die genaue Anwendung kann aber auch teilweise  unter den Cremes abweichen. Bekannte Cremes, Lotions oder Salben zur äußerlichen Behandlung sind beispielsweise:

  • Infectoscab 5% Creme
  • Permethrin-biomo Creme 5%
  • Benzylbenzoat-Lotion 10-25%-ig
  • 1-prozentige Ivermectin-Lotion
  • 0,5-prozentige wässrige Malathion-Lösung
  • 6-bis 33-Prozent schwefelhaltige Creme

 

2. Innerliche Behandlung

Statt äußerlich auf die Krätzmilben einzuwirken, hilft auch eine Behandlung innerlich. Dafür wird ebenfalls der Wirkstoff Ivermectin verwendet, welcher auch in Tablettenform erhältlich ist. Dieser Wirkstoff besitzt eine antiparasitäre Eigenschaft und beeinflusst die Durchlässigkeit deines Zellmembrans, wodurch die Parasiten gelähmt werden und schließlich sterben. Die Tabletten nimmst du innerhalb einer Woche zwei Mal mit einem Abstand von 2 Stunden zu einer Mahlzeit ein. Die genaue Dosis wird dabei auf 200 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht berechnet. Wie gesagt, der genannte Wirkstoff ist auch als eine Ivermectin 1%-ige Lotion erhältlich und kann damit auch für die äußere Anwendung genutzt werden.

 

3. Hausmittel gegen Krätze verwenden

Hausmittel eignen sich ebenfalls zur Bekämpfung von Krätzmilben und unterstützen besonders die Heilung deiner Haut. Dafür eignen sich folgende Mittel:

  • Teebaumöl: Teebaumöl ist entzündungshemmend, desinfizierend und hat eine wundheilende Wirkung. Dementsprechend wirst du nach dem Auftragen von Teebaumöl schnell eine Linderung des Juckreizes feststellen. Gleichzeitig werden die Parasiten mit Teebaumöl abgetötet und die Hautstruktur unterstützt.
  • Lavendelöl: Statt Teebaumöl ist auch Lavendelöl ein wirksames Hausmittel gegen Krätze, denn es kann ebenfalls die Hautparasiten abtöten. Für die Anwendung vermischst du Lavendelöl in einem Verhältnis von 1:5 mit Olivenöl und trägst es auf die Haut auf. Nach 15 Minuten wird es einfach wieder abgewaschen. Statt Lavendelöl direkt auf die Haut aufzutragen, kannst du auch ein Lavendelöl-Bad nehmen. Dafür mischst du ca. 8 Tropfen des ätherischen Öls in dein Badewasser und badest 30 Minuten.
  • Olivenöl: Olivenöl spendet Feuchtigkeit und beruhigt. Daher kannst du dieses auch auf die betroffenen Hautstellen auftragen, wobei es noch effektiver ist, wenn du Olivenöl in einem Verhältnis von 1:1 mit Teebaumöl oder Lavendel mischst, wie bereits erklärt. Wenn du zusätzlich eine wundheilende Salbe mit Zink aufträgst, kannst du diese auch gut mit Olivenöl anreichern.
  • Zwiebelflüssigkeit: Zwiebeln sind schon lange für die antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung bekannt. Daher können sie auch deine entzündeten Hautpartien bei Krätze gut behandeln. Für die Anwendung musst du einfach eine Handvoll Zwiebelschalen mit einem Liter Wasser in einen Topf geben und für 30 Minuten kochen. Danach die Zwiebeln abkühlen lassen und abseihen. Diese Zwiebelflüssigkeit trägst du mehrmals täglich unverdünnt auf deine juckende Haut auf.
  • Schwefelseife: Schwefelseife wird ebenfalls gerne thetherapiebegleitend bei Krätze eingesetzt, da diese Seife deine Haut beruhigt, während sie schonend reinigt und pflegt.
  • Kokosöl: Kokosöl wirkt auch sehr beruhigend auf deine Haut, da es eine antiseptische und wundheilende Wirkung besitzt. Dementsprechend wird dein Juckreiz sofort gelindert, wenn du das Öl auf deine feuchte Haut aufträgst. Aber nicht nur für die direkte Behandlung, sondern auch für die Nachbehandlung von Krätze ist Kokosöl geeignet.
  • Essig: Statt Zwiebelflüssigkeit ist auch Essig empfehlenswert. Für die Anwendung mischst du Essigsäure in einem Verhältnis von 1:1 mit Wasser. Diese Mischung wird anschließend auf die betroffenen Hauptpartieren aufgetragen und nach 15 Minuten mit lauwarmen Wasser abgespült. Dies wiederholst du 3x täglich.

4. Krätzmilben in der Wohnung abtöten

Um eine weitere Ansteckung und speziell die Vermehrung der Krätzmilben zu verhinden, musst du deine Wohnung von den Milben befreien. Hierfür eignet sich ein Mittel aus der Sprühflasche gegen Krätze besonders gut, um Matratzen, Betten, Polster, Teppiche, Kissen etc. zu behandeln. Ein Beispiel hierfür wäre das ENVIRA Milben Mittel. Dieses ist auf Wasserbasis, hinterlässt keine Flecken oder unangenehme Gerüche. Bei der Anwendung solltest du aber Einweghandschuhe tragen, um dich vor erneuter Ansteckung zu schützen. Nachdem du deine Wohnung behandelt hast, solltest du zusätzlich noch (um wirklich sicherzugehen), ein oder zwei Nächte nicht Zuhause schlafen bzw. dich 1-2 Tage nicht Zuhause aufhalten. Denn die Krätzmilben können außerhalb des menschlichen Körpers nur ca. 24-36 Stunden bei Zimmertemperatur überleben.

 

5. Waschen, waschen, waschen

Um den indirekten Kontakt zu den Krätzmilben zu blockieren und sie von Kleidung, Bettwäsche, Matratzen, Handtüchern, Bettvorlegern, Decken, Kissen, Plüschtiere etc. loszuwerden,  kannst du diese neben der Sprühvariante auch richtig waschen. Dafür wäschst du die betroffenen Textilien bei mindestens 50°C in der Waschmaschine. Alternativ kannst du sie auch chemisch reinigen lassen. Wenn beides keine Option darstellt, weil die betroffenen Textilien zu empfindlich sind, kannst du sie auch für eine Woche in einer versiegelten Plastiktüte aufbewahren. Das tötet die Parasiten ab

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