Glutenunverträglichkeit – Symptome + Worauf du achten musst

Wissenschaftlicher schätzen, dass rund 12-35 % der Bevölkerung kein Gluten vertragen.1Das zeigt dieser Beitrag. Dabei ist Gluten in vielen Getreidesorten enthalten und befindet sich daher auch in vielen Fertigprodukten wieder.

Falls du auch unter einer Glutenunverträglichkeit leidest und dieses trotzdem über die Nahrung aufnimmst, dann zeigen sich verschiedene Symptome, die sich z.B. in Blähungen bis zu Krämpfen und Durchfall äußern. Je nach auslösender Getreideart und Symptom weist eine Glutenunverträglichkeit dabei auf verschiedene weizen- und glutenabhängige Erkrankungen hin.

Welche Erkrankungen hinter einer Glutenunverträglichkeit stecken, was sich noch für Symptome zeigen und worauf du bei einer Glutenunverträglichkeit achten solltest, zeigen wir dir jetzt.

 

Glutenunverträglichkeit – was bedeutet das?

Bei einer Glutenunverträglichkeit handelt es sich um eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten, ein in verschiedenen Getreidesorten enthaltenes Eiweiß. Dieses ist in den gängigen Getreidearten wie Weizen, Gerste, Dinkel, Roggen und Grünkern enthalten. Je nach Getreideart und Symptome kann eine Gutenunverträglichkeit dabei auf verschiedene weizen- oder glutenabhängige Erkrankungen hindeuten. Diese sind Zöliakie, Gluten-/ Weizensensitivität und eine Weizenallergie.

  • Bei der Zöliakie handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung deines Magen-Darmtrakts. Hierbei bekämpft dein Immunsystem mit Antikörpern das Gluten in deinem Körper. Folglich greifen diese dann deine Dünndarmschleimhaut an, wodurch langfristig die Oberfläche deiner Darmschleimhaut abnimmt.2Sieh hier das Erklärungsvideo.
  • Bei einer Weizenallergie reagiert der Körper hingegen auf verschiedene Eiweiße (Proteine) im Weizen, die allergen wirken können, wodurch leichte aber auch heftige allergische Reaktionen an verschiedenen Organen auftreten können. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Reaktion im Magen-Darm Trakt, aber auch an der Schleimhaut im Mund- und Rachenraum handeln.3Lies das hier nach. Je nachdem auf welche Allergene im Weizen dein Körper anspricht, unterscheidet man hier verschiedene Formen der Weizenallergie.
  • Bei einer Gluten-/ oder Weizensensitivität reagiert dein Körper auf Gluten oder andere Bestandteile im Weizen. Dennoch handelt es sich hier nicht um eine Immunreaktionen, denn die Darmschleimhaut bleibt noch intakt. Trotzdem zeigen sich ähnliche Symptome wie bei einer Unverträglichkeit, weshalb der Körper hier positiv auf eine glutenfreie Diät anspricht. Man spricht von einer Befindlichkeitsstörung mit Symptomen.

 

Glutenunverträglichkeit- die Symptome

Betroffene leiden nach der Aufnahme von Gluten unter verschiedenen Symptomen, die sich je nach genauer Erkrankung bzw. Ursache (siehe den vorherigen Punkt) anders äußern. Dazu gehören folgende Symptome:

  • Starke Bauchschmerzen (nach Stunden oder Tagen des Verzehrs)
  • Durchfall
  • Blähungen
  • Verstopfung
  • Psychologische Symptome wie Depressionen, Stimmungsschwankungen
  • Kopfschmerzen
  • Erbrechen, Übelkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Chronische Müdigkeit, Antriebsschwäche
  • Muskelschwäche

Wenn einige dieser Symptome bei dir nach dem Verzehr von gewissen Lebensmitteln auftreten, kann es sein, dass du unter einer Glutenunverträglichkeit leidest.

 

Glutenunverträglichkeit – darauf musst du achten

Gluten ist von Natur aus in vielen Getreidesorten enthalten, die du bei einer Glutenunverträglichkeit meiden solltest. Dazu gehören:4Das beschreibt Dr. med. Ricarda Schwarz hier.

  • Roggen
  • Weizen
  • Gerste
  • Dinkel
  • Triticale
  • Einkorn
  • Grünkern
  • Emer Kamut
  • Hafer (löst nicht immer Beschwerden aus)

Da diese Getreidesorten für verschiedene Produkte verwendet werden, solltest du auch glutenhaltige Lebensmittel meiden. Dazu gehören:

  • Brot, Gebäck, Kuchen, Kekse und andere Backwaren
  • Pizza, Wurst
  • Nudeln (Achte hier auf die Inhaltsstoffe!)
  • Paniertes Fleisch
  • Müsli
  • Bier, Malzkaffee
  • Teilweise Fertigprodukte wie Fruchtjoghurt
  • Schokolade (in einigen Fällen)

Statt dieser Getreidesorten kannst du jedoch andere Sorten oder „Pseudogetreide“ essen. Dazu zählen zum Beispiel Buchweizen, Amaranth, Hirse, Mais, Quinoa, Reis, Kartoffeln, Kastanien, Kichererbsen, Tapioka und Soja.5Lies das auch hier.

Wenn du dir bei einigen Lebensmitteln unsicher bist, dann schaue bei den Inhaltsstoffen nach. Die Hersteller sind seit 2005 verpflichtet, glutenhaltige Nahrungsmittel nach der Allergenkennzeichnungspflicht auszuzeichnen. Auch kannst du auf das Symbol einer durchgestrichenen Getreideähre achten, welches glutenfreie Lebensmittel kennzeichnet.

Wichtig bei einer Ernährungsumstellung ist auch zu wissen, dass sich diese Einschränkungen zwischen Patienten mit Zöliakie und einer Gluten- bzw. Weizensensitivität unterscheiden. Denn Zöliakiepatienten müssen sich strikt(!) und lebenslang glutenfrei ernähren. Patienten mit einer Gluten- oder Weizensensitivität hingegen müssen diese Tipps nicht so streng umsetzen. Welche Mengen sie an Gluten oder Weizenbestandteilen vertragen, müssen diese individuell austesten.6Das beschreibt auch die VGB. Auch Betroffene einer Weizenallergie müssen herausfinden, wie viel Weizen sie vertragen. Dies kannst du zum Beispiel machen, indem du ein Ernährungstagebuch schreibst. Halte dort fest, welche Lebensmittel du gut vertragen hast und welche du meiden solltest.

 

Glutenunverträglichkeit- Wann zum Arzt?

Nur weil du an einem Tag viele glutenhaltige Produkte verzehrt hast und einige der oben aufgeführten Symptome verspürst, bedeutet das nicht gleich, dass du eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten hast. Wenn du jedoch dieses Verhalten öfter beobachtest und dies bei dem Verzehr gleicher Lebensmittel, dann sollte ein Arztbesuch zum Bestätigen deines Verdachts gemacht werden.

Wende dich hier an deinen Hausarzt, der dich an einen Spezialisten überweist. Der richtige Ansprechpartner ist hier ein Facharzt für Innere Medizin, der sich auf Erkrankungen des Verdauungstraktes spezialisiert hat (Gastroenterologe).

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